Nettetal

Wohneinrichtung Nettetal

Beschreibung der Lage

Die Wohnstätte „Haus Magdalena“ befindet sich in einem Naturschutzgebiet am Ortsrand von Hinsbeck, einem Stadtteil von Nettetal. Das Ortszentrum liegt ca. einen Kilometer von der Wohnstätte entfernt. Der ca. 5000 Einwohner zählende Ort hat eine dörfliche Struktur mit einer Vielzahl an Einrichtungen des öffentlichen Lebens. Hierzu zählen ein Supermarkt, drei Bäckereien, eine Metzgerei, ein Kiosk mit Poststation, zwei Geldinstitute, mehrere Cafés, Imbissstuben und Restaurants, ein Friseur, eine Apotheke, zwei Allgemeinmediziner, ein Zahnarzt, ein Urologe, eine Gynäkologin sowie eine Praxis für Physiotherapie. Die Anbindung an den ÖPNV erfolgt über eine Buslinie. Die Haltestelle liegt ca. 1,5 km entfernt. Der nächste Bahnhof befindet sich im Stadtteil Kaldenkirchen (ca. 7 km entfernt). Durch die sehr gute Autobahnanbindung erreicht man die Städte Mönchengladbach, Krefeld und Viersen sowie die Niederlande innerhalb kurzer Zeit. Daher gibt es eine Vielzahl an kulturellen Angeboten und Freizeitmöglichkeiten, die genutzt werden können. Die Lage in einem Naturschutzgebiet ermöglicht den Bewohnerinnen und Bewohnern Entspannung und Aktivität in der Natur. Aufgrund gut ausgebauter Wanderwege ist dies auch Personen möglich, die auf einen Rollstuhl angewiesen sind.

Beschreibung der einzelnen Wohnformen

In der Wohnstätte „Haus Magdalena“ in Nettetal leben insgesamt 24 erwachsene Menschen mit geistiger Behinderung in drei Wohngruppen mit je 8 Einzelzimmern. Die Wohngruppen sind gemischtgeschlechtlich und altersheterogen. Sämtliche Wohnbereiche sind barrierefrei. Die obere Etage ist über einen Aufzug erreichbar. Jede Wohngruppe ist mit einem Wohn- und Essbereich, eigener Küche sowie Dusch-und Pflegebädern in adäquater Anzahl und Ausstattung ausgestattet. In der Wohngruppe 2 befindet sich seit kurzem ein „Wellnessbad“, das gruppenübergreifend genutzt werden kann. Der Schwerpunkt der Wohngruppen 1 und 2, die sich beide im Erdgeschoss befinden, liegt auf der ganzheitlichen Begleitung von Menschen mit hohem Hilfebedarf. Neben einer optimalen pflegerischen, medizinischen und hauswirtschaftlichen Versorgung sollen die Bewohnerinnen und Bewohner befähigt werden, Wünsche und Bedürfnisse zu entwickeln, zu formulieren und somit zu einer selbstbestimmten Gestaltung ihres Lebens beizutragen. Die Bewohnerinnen und Bewohner der im Obergeschoss befindlichen Wohngruppe 3 besuchen alle die Werkstatt für Menschen mit Behinderung (WfbM).

Der Schwerpunkt der Begleitung liegt demnach in den späten Nachmittags- und Abendstunden und erstreckt sich auf die Stärkung von Alltags- und sozialen Kompetenzen. Idealerweise erkennen die Bewohnerinnen und Bewohner eigene Stärken und Fähigkeiten, setzen diese ein und fordern Unterstützung nur dort ein, wo diese notwendig ist. Um den Gedanken der Eigen- und Selbständigkeit zu bestärken, verfügt die Wohngruppe 3 über einen separat zugänglichen Eingangsbereich. Für den Zugang besitzen die Bewohnerinnen und Bewohner einen eigenen Hausschlüssel. Die Tagesstruktur des Hauses bietet denen eine strukturierte Gestaltung des Tages an, die (noch) nicht in die WfbM gehen. Dieser Bereich wird derzeit von neun Personen genutzt. Den Nutzern werden Angebote wie z.B. Erweiterung der lebenspraktischen Fähigkeiten, Ausbau sozialer Kompetenzen, basale Stimulation, Ausflüge, Sportangebote wie Schwimmen, Turnen, etc. unterbreitet. Die Tagesstruktur verfügt hierfür über einen großen Gemeinschaftsraum mit Küche, eine Werkbank, einen Ruhebereich, einen Sanitärbereich, einen Einzeltherapieraum sowie einen großen Snoezelen-Raum.

Aussenanlage

Die Aussenanlage ist ausgestattet mit zwei großen Schaukeln, zwei überdachten Terrassen und einem Grill. Im Sommer besteht die Möglichkeit, Gartenmöbel aufzustellen und Mahlzeiten und Getränke im Freien zu sich zu nehmen. Den individuellen Möglichkeiten wird auch bei der Nutzung des Gartens Rechnung getragen.

Verpflegung

Die hauswirtschaftliche Versorgung erfolgt über die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Hauswirtschaftsteams. Art und Weise der Umsetzung erfolgt in enger Absprache mit den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Wohngruppen und ordnet sich dem Gesamtkonzept unter. Dieses sieht neben der Grundversorgung durch die Hauswirtschaft auch eine Einbindung der Bewohnerinnen und Bewohner in eine Vielzahl der anfallenden Tätigkeiten vor. So bereiten die Bewohnerinnen und Bewohner im Rahmen ihrer Möglichkeiten Zwischenmahlzeiten zu und es werden Kochkurse angeboten. Die Wohngruppe 3 versorgt sich am Wochenende ausschließlich selbst und verfügt über ein eigenes Lebensmittelbudget. Wünsche, Bedürfnisse und Vorlieben können so umgesetzt werden, während die Kompetenzen mit diesen Anforderungen unter fachlicher Begleitung reifen können.

Personalstruktur

Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der verschiedenen Bereiche bilden jeweils ein Team und verstehen sich als solches. Unterschiedliche Professionen arbeiten hier in engem Austausch miteinander, um den Bewohnerinnen und Bewohnern eine bestmögliche Wohn- und Lebensqualität anbieten zu können. Regelmäßige Team- und Dienstbesprechungen sorgen für einen organisatorischen und fachlichen Austausch. Durch das Vorhalten pflegerischer Fachkräfte und deren anleitender Tätigkeit können neben der pädagogischen Begleitung der Bewohnerinnen und Bewohner auch pflegerische Standards gewährleistet werden.

Freizeitaktivitäten

Jede Bewohnerin und jeder Bewohner wird darin unterstützt, Freizeit individuell und nach eigenen Wünschen und Bedürfnissen gestalten zu können. Angebote in und außerhalb der Wohnstätte sollen dazu beitragen, vielfältige Aktivitäten zu ermöglichen. Zum Teil fallen hier jedoch zusätzliche Kosten an, die von den Bewohnerinnen und Bewohnern getragen werden müssen. Der Snoezelen-Raum der Tagesstruktur steht außerhalb der Angebotszeiten allen Bewohnerinnen und Bewohnern des Hauses zur Verfügung. Das Angebot, dort vom Alltag Abstand zu suchen, wird sehr umfangreich genutzt. Dies gilt auch für das neu errichtete Wellnessbad, in dem ein Whirlpool mit Aromatherapie, Musik und Lichteffekten genutzt werden kann.

Aufnahmekriterien / Ausschlusskriterien

Die Menschen, die in der Einrichtung leben, wurden in unterschiedliche Leistungstypen und Hilfebedarfsgruppen eingestuft (Einstufung nach Metzler). Mit dem Landschaftsverband Rheinland wurden für die unterschiedlichen Leistungstypen und deren jeweilige Hilfebedarfsgruppen im Rahmen einer Vergütungsvereinbarung Kostensätze vereinbart. Es werden Menschen in der Wohnstätte „Haus Magdalena“ aufgenommen, die einem der für die Einrichtung genehmigten Leistungstypen zugeordnet werden können. Für einzelne Personen muss eine Aufnahme leider ausgeschlossen werden. Dieser Ausschluss gilt insbesondere für Menschen, die

  • durch massives fremdaggressives oder autoaggressives Verhalten sich selbst, Mitbewohner und Mitarbeiter der Wohnstätte gefährden
  • eine ständige Anwesenheit einer Pflegefachkraft benötigen, da sie einen besonderen Pflegebedarf haben
  • einen besonderen pflegerischen und/oder medizinischen Bedarf haben, welcher durch das in der Einrichtung tätige Personal nicht gedeckt werden kann
  • eine im Vordergrund stehende psychische Erkrankung haben oder bei denen eine Suchterkrankung vorliegt.