Projekte

Projekt Inklusion im Kreis Olpe (IKO)

(Erst-)Wähler mit Behinderung informieren sich über die Bundestagswahl im Kreis Olpe

Von Anna Elberg

Am 26. September 2021 war Bundestagswahl. Für viele Menschen mit Behinderung war es die erste Bundestagswahl, bei der sie ihre Stimme abgeben durften. Bis 2019 waren Menschen mit Behinderung unter Vollbetreuung von diesem Recht ausgeschlossen. Betroffen davon waren rund 85.000 volljährige Menschen mit Behinderung in Deutschland.

Junge und ältere (Erst-)Wähler:innen im Kreis Olpe sollten daher die Möglichkeit bekommen, sich leicht verständlich über das Wählen zu informieren und mit den Bundestagskandidat:innen aus ihrem Wahlkreis ins Gespräch zu kommen. Hierzu veranstaltete die Akademie Biggesee gemeinsam mit der Behindertenbeauftragten des Kreises, den Werthmann Werkstätten und dem von der Aktion Mensch geförderten Projekt Inklusion im Kreis Olpe (IKO) der Lebenshilfe das inklusive zweitätige Seminar „Wir haben die Wahl!“. Das Seminar fand Ende August in der Akademie Biggesee in Attendorn statt. Mehr als 30 Teilnehmer:innen mit und ohne Behinderung beteiligten sich, darunter viele Schüler:innen der Sankt Laurentius-Schule Attendorn, Mitarbeiter:innen der Werthmann-Werkstatt Attendorn und Bewohner:innen und Nutzer:innen der Lebenshilfe im Kreis Olpe.

„Uns wurde erklärt, was der Unterschied zwischen Diktatur und Demokratie ist, was die einzelnen Parteien für ein Wahlprogramm haben und welche Parteien wann und wofür entstanden sind“, berichtet Teilnehmer Thomas Heckel. Am nächsten Tag waren alle sechs Bundestagsdirektkandidat:innen aus dem Kreis Olpe eingeladen. Sie stellten sich den Fragen der Teilnehmer:innen. Natürlich spielte Inklusion bei der Arbeit und beim Wohnen eine wichtige Rolle, aber auch der Klimaschutz und die Corona-Politik. Dabei machten die Politiker:innen deutlich, dass sie bei vielen Fragen unterschiedliche Positionen vertreten. Und die (Erst-)Wähler:innen zeigten, dass sie politisch interessiert und über viele Themen gut informiert sind.

Später noch wurde der Seminarraum zum Wahllokal umgebaut. Alle Teilnehmer:innen erhielten eine Wahlbenachrichtigung für eine simulierte Bundestagswahl. Mit Spannung wurde die Auszählung der Stimmen beobachtet. Schnell wurde klar: Alle gingen wählen. Die Seminarteilnehmer:innen fühlten sich anschließend gut auf die Wahl im September vorbereitet. „Ich weiß jetzt das erste Mal, welche Partei ich wählen möchte“, so das Fazit eines Teilnehmers.

 

Mit einer Ausmal-Aktion haben Bewohner:innen und Mitarbeiter:innen der Lebenshilfe im Kreis Olpe, Kinder des Hünsborner Kindergartens „Arche Noah“ und Studierende der Universität Siegen auf eine gute und barrierefreie Nachbarschaft aufmerksam gemacht. Die Aktion war Teil einer Wheelmap-Kampagne des Berliner Vereins Sozialhelden zum bundesweiten Tag der Nachbarn am 28. Mai 2021. Wheelmap ist Englisch und bedeutet: Rad-Karte. Die Wheelmap ist eine weltweite Karte im Internet, auf der Informationen über die Rollstuhlgerechtigkeit öffentlicher Orte gesammelt werden.

Die ausgemalten Bilder wurden an Freunde und Nachbarn verschenkt. Ein Teil der Bilder ging an das DRK-Mehrgenerationenhaus in Olpe. Dort sind die bunten Bilder jetzt in einer kleinen Ausstellung zu sehen. Damit soll die Wheelmap Pro Kreis Olpe noch bekannter gemacht werden, die erste regionale Wheelmap-Karte für barrierefreie Orte. Das Besondere an dieser Karte ist, dass sie sich an Menschen mit ganz unterschiedlichen Einschränkungen richtet, z.B. auch an Menschen mit Sinnesbeeinträchtigungen oder Lernschwierigkeiten. Jeder kann auf einfache Weise barrierefreie Orte finden und selbst eintragen. „Wir wollen zeigen, wie wichtig es ist, aufeinander zu achten und sich gegenseitig zu helfen“, erklärt Thomas Heckel, Mitarbeiter im von der Aktion Mensch geförderten Projekt IKO (Inklusion im Kreis Olpe) der Lebenshilfe Wohnen NRW gGmbH.

Mehr Informationen zur Wheelmap Pro Kreis Olpe im Internet unter: https://wheelmap.org/kreisolpe

Text: Anna Elberg

Großer Auftakt des Lebenshilfe-Projektes IKO mit der VHS des Kreises Olpe

Das Projekt IKO der Lebenshilfe Wohnen NRW gGmbH hat in Zusammenarbeit mit der VHS des Kreises Olpe zu einer großen Auftaktveranstaltung eingeladen. IKO ist die Abkürzung für Inklusion im Kreis Olpe. Das Projekt möchte allen interessierten Bürgerinnen und Bürgern mit und ohne Behinderung die Möglichkeit geben, sich gemeinsam für ihre Region einzusetzen. Es bringt Menschen und Organisationen aus dem Kreis Olpe zusammen, die Freizeit und Kultur zugänglich für alle gestalten wollen.

Zur 2-teiligen Auftaktveranstaltung am 6. Juni 2019 kamen jeweils etwa 70 Gäste in das Forum des Weiterbildungszentrums in Olpe. Ideen verbinden und Hindernisse abbauen war an diesem Tag mehr als ein Motto.

Viele verschiedene Projektpartner und Referierende wirkten am bunten Programm mit. Unter ihnen waren Rainer Schmidt als Moderator und Kabarettist, der Landesvorsitzende der Lebenshilfe NRW Prof. Dr. Gerd Ascheid, die Behindertenbeauftragte des Kreises Olpe Petra Lütticke, Anna Kaminski von der Universität Siegen und vor allem zahlreiche Selbstvertretende, die sich in unterschiedlichen Vereinen und Gruppen für die Rechte von Menschen mit Behinderungen engagieren. Die Besucherinnen und Besucher hatten viel Gelegenheit, sich mit ihren persönlichen Ideen und Gedanken zu Inklusion einzubringen und sich auszutauschen. Auf einem „Markt der Ideen“ kam man ins Gespräch; die Teilnehmenden konnten Anregungen sammeln und sich vernetzen. „Wir hoffen, dass noch viele Ideen an das Team IKO herangetragen werden, welche dann vielen Menschen mit Handicap helfen können“, so Louisa und Silke Hüttmann, die sich ehrenamtlich am Projekt beteiligen.

Aufmerksamkeit für Barrierefreiheit schaffen

„Das Team IKO besteht aus drei angestellten und immer mehr ehrenamtlichen Mitarbeitenden mit und ohne Beeinträchtigungen“, erklärt Projektkoordinatorin Anna Elberg. Projektmitarbeiter Thomas Heckel ergänzt: „Wir wollen Aufmerksamkeit für das Thema Barrierefreiheit schaffen. Alle waren begeistert von unserer Idee: Hindernisse abbauen, Begegnung schaffen mit der Wheelmap.“ Die Wheelmap ist eine weltweite Online-Karte für rollstuhlgerechte Orte. Jeder kann Orte finden, eintragen und nach einem Ampelsystem bewerten. Das Projekt IKO macht mit verschiedenen Aktionen bei der Wheelmap mit. Über eine Videobotschaft wünschte Wheelmap-Erfinder Raul Krauthausen dem Projekt IKO dabei ganz viel Erfolg.

In einem Workshop „Bewegen“ konnten die Gäste mehr über die Wheelmap erfahren und sie selbst ausprobieren. Gleichzeitig ging es in drei weiteren Workshops um Hindernisse und Möglichkeiten in den Bereichen „Hören“, „Verstehen“ und „Sehen“.

Barrierefreiheit war nicht nur ein Thema in den Workshops und Vorträgen. Die Veranstaltung selbst sollte für alle so zugänglich wie möglich sein. Deshalb gab es rote Karten für Leichte Sprache. Jeder konnte sie aufzeigen, um die Referierenden bei Bedarf darauf aufmerksam zu machen, bitte leichter verständlich zu sprechen. Das Programm am Nachmittag wurde in die Deutsche Gebärdensprache gedolmetscht.

Kooperation mit der VHS Kreis Olpe

Die Auftaktveranstaltung IKO hat gezeigt, wie vielfältig Barrieren sind - und dass viele von ihnen überwindbar sind, wenn wir miteinander und voneinander lernen. „Den Tag fand ich richtig klasse!“, fasste Melanie Pohl die Veranstaltung zusammen.

Die VHS des Kreises Olpe wird das Projekt IKO weiter tatkräftig unterstützen. Mit ihrem Programm trägt sie zum gegenseitigen Verstehen bei. So bietet sie im nächsten Halbjahr z.B. einen Gebärdensprachkurs und einen Kurs zur Leichten Sprache an. Wer die Wheelmap-Aktionen unterstützen möchte, kann sich im Oktober in einem Kurs zum Wheelmap-Botschafter schulen lassen.

Weitere Infos zum Projekt bei Anna Elberg:
Telefon: 0171 9315147
E-Mail: elberg.anna@lebenshilfe-nrw.de

Weitere Infos zu den Kursen der VHS bei Catrin Stockhecke-Meister:
Telefon: 02761 94203009
E-Mail: c.stockhecke-meister@vhs-kreis-olpe.de