Lebenshilfe Center Arnsberg
Lebenshilfe Center Arnsberg

Ambulante Dienste

Wohngemeinschaft der Lebenshilfe NRW in Freienohl ermöglicht selbständiges Leben für Menschen mit Behinderung.

Freienohl. Ein sonniger Tag Anfang August, fünf Bewohner einer ambulanten Wohngemeinschaft (WG) der Lebenshilfe NRW in Freienohl sitzen auf ihrer Dachterrasse und beraten darüber, wo man 2020 ein langes Wochenende verbringen möchte, „Wir würden gerne hierhin fahren,“ sagt WG-Sprecher Jan Pöttgen und reicht Matthias Müller, Mitarbeiter der Lebenshilfe NRW, den Flyer einer Unterkunft am Möhnesee über den Tisch. Kurze Zeit später beschließen die Bewohner die Fahrt, Herr Müller protokolliert alles.

Die sehr zentral im Hochsauerlandkreis gelegene Wohngemeinschaft, in der zurzeit neun Menschen mit geistigen Beeinträchtigungen leben, hat sich vor drei Jahren in den beiden oberen Stockwerken eines ehemaligen Hotels eingerichtet. Ziel dieser Wohnform ist es, den Bewohnern ein möglichst selbständiges Leben zu ermöglichen wobei sie die Lebenshilfe NRW mit geschulten Personal sowie Assistenzkräften unterstützt.

„Ein Betreuer ist Tag und Nacht anwesend und greift da ein, wo Hilfestellung nötig und gewünscht ist“, sagt Vater und Elternsprecher Walter Pöttgen. Sei es beim Einkaufen, Wäsche waschen, Kochen oder bei der gesamten Haushaltsführung.

Im Erdgeschoss befindet sich eine Gaststätte mit Bowlingbahn in der die Bewohner gern gesehene Gäste sind und sich dort mit ihren Freunden zum Bowlen treffen. Die Eltern sind froh darüber, dass ihre erwachsenden Kinder in der WG ein neues Zuhause gefunden haben und ihren Traum vom eigenständigen Leben verwirklichen können. Alle Bewohner sind im Ortsleben gut integriert, sie sind teils Mitglied in den lokalen Vereinen, oder sie nutzen die örtlichen Möglichkeiten der Freizeitgestaltung und zum Einkaufen.

Gekonnt und stolz führen Jan mit seiner Verlobten Vesna Mandic und Mitbewohner Marius Pingel durch die gesamte Wohnung. Er öffnet eine Türe im Obergeschoss. „Dieses Zimmer ist leer, hier kann noch jemand einziehen“. Das würde uns freuen, sagt er, als er mit der Hand durch den Raum deutet. Es ist deutlich zu spüren, dass nicht nur ihn, sondern auch seine Begleiter dies beschäftigt und sie gerne eine weitere Mitbewohner*in in der WG aufnehmen möchten.

Auf den Elternversammlungen wird „immer viel diskutiert“ sagt Pöttgen, „aber bei uns allen wächst das WG-Gefühl.“ „Schön wäre es, wenn sich der ein oder andere engagierte Mensch melden würde, um mit den Bewohnern in der Freizeit etwas zu unternehmen“, sagt Angela Pöttgen. Übrigens, nicht so einig war sich die WG-Versammlung darüber, ob zunächst ein neues Sofa oder ein neuer Schrank angeschafft werden soll. Hier müssen noch mal die Bewohner gefragt werden, die bei der Versammlung verhindert waren. Am Ende der Versammlung unterschreibt Jan das von Müller verfasste Protokoll, denn es muss alles seine Ordnung haben.

Infokasten:

Pflege: die benötigten Pflegeleistungen in der WG werden von ortsansässigen Pflegediensten übernommen und können über die Pflegeversicherung abgerechnet werden.

Finanziell abgesichert: Die Bewohner beziehen zum Teil Grundsicherung, hinzu kommen Zahlungen des LWL gemäß individueller Hilfeplanung.

Freies Zimmer: Wer sich für das freie Zimmer in der WG interessiert, kann sich an die Lebenshilfe Wohnen NRW, Lebenshilfe Center Arnsberg, 02931 9639642 Gutenbergplatz 32, 59821 Arnsberg wenden. E-Mail: lhc-arnsberg@lebenshilfe-nrw.de oder direkt in der WG „Gute Freunde Lebenshilfe NRW“ in Freienohl 02903 9722911.

Pressekontakt: Philipp Peters
Telefon: 02233 93245-636
Mobil: 0177 2427308
E-Mail: peters.philipp@lebenshilfe-nrw.de


Tagung zur Teilhabe und Selbstbestimmung bei der Lebenshilfe NRW

Selbstbestimmung und Teilhabe von Menschen mit Behinderung: Die Auseinandersetzung mit diesen Themen war das Ziel der Veranstaltung im Februar in Haus Bröltal in Ruppichteroth. Die erste Tagung mit dem Titel „Unsere Stimme wird lauter“ fand 2015 statt. Im darauffolgenden Jahr wurde mit den Ergebnissen in unterschiedlichen Ebenen weitergearbeitet. Unter anderem fanden zur Vorbereitung der zweiten Tagung zwei Workshops statt, um die Veranstaltung inklusiv vorzubereiten.

„Wie wird Selbstbestimmung und Inklusion in anderen europäischen Ländern umgesetzt?“ Der Tag begann mit einem Impulsreferat, bei dem mehr als 60 Personen anwesend waren. Anhand der Länder Türkei und England setzten sich die Teilnehmer mit Fragestellungen auseinander, was für sie persönliche Selbst- und Mitbestimmung ist und welche Erfahrungen sie gemacht haben.

Meine Rechte im BTHG

Die Fragen zur Mitbestimmung und Partizipation wurden in Workshops mit unterschiedlichen Schwerpunkten bearbeitet, so beispielsweise zu den Themen Mitbestimmung in der Politik, Persönliche Zukunftsplanung, meine Rechte im BTHG und einem Workshop mit dem Titel „Musik verbindet die Welt“.

Die Tagung wird zurzeit ausgewertet. Die Ergebnisse wurden dem (damaligen!) Geschäftsführer der Lebenshilfe NRW, Herbert Frings, von Teilnehmern der Tagung offiziell übergeben. 


Lebenshilfe NRW setzt sich mit Protestaktion für #TeilhabestattAusgrenzung ein – Kampagne läuft noch bis Ende September!

Mit tatkräftiger Unterstützung der stellvertretenden Bürgermeisterin der Stadt Arnsberg, Rosemarie Goldner, informierten die MitarbeiterInnen der Lebenshilfe Wohnen NRW gemeinn. GmbH am vergangenen Samstag, 17.09.2016 in der Einkaufsstraße der Neheimer Innenstadt interessierte BürgerInnen über die möglichen Folgen des Gesetzes:

Mit dem Bundesteilhabegesetz und Pflegestärkungsgesetz III drohen massive Verschlechterungen für Menschen mit geistiger Behinderung

„Nennt mich ruhig behindert, aber haltet mich nicht für blöd!“

Mit Nachdruck protestieren Menschen mit Handicap gegen die massiven Verschlechterungen, die ihnen durch das geplante Bundesteilhabegesetz sowie das Pflegestärkungsgesetz III drohen.

Deshalb macht das Lebenshilfe Center Arnsberg derzeit mit diversen Informations-Veranstaltungen auf die Kampagne mit dem Motto aufmerksam. Bereits über 350 Unterschriften konnten dank der Unterstützung der BürgerInnen gesammelt werden. Ein voller Erfolg!

Ziel der Kampagne ist es die dramatischen Auswirkungen des Reformvorhabens in der jetzigen Form deutlich zu machen. Das Bundesteilhabegesetz regelt die Eingliederungshilfe neu. Von den derzeit rund 860.000 Eingliederungshilfe-Berechtigten hat die Mehrheit – über eine halbe Million Menschen – eine geistige Behinderung. Gerade Menschen mit geistiger Behinderung brauchen zu ihrer Unterstützung Eingliederungshilfe: in der Schule, beim Wohnen, bei der Arbeit und in der Freizeit.

Bleibt die Reform so wie sie ist, müssen Menschen mit geistiger Behinderung fürchten, ganz oder teilweise aus dem Hilfesystem herauszufallen. Vielen könnte der Verlust eines sicheren Zuhauses bis hin zur Abschiebung ins Pflegeheim drohen.  

Deshalb fordert die Lebenshilfe:

  1. Der Zugang zu den Leistungen der Eingliederungshilfe darf nicht so begrenzt werden, dass Menschen, die in weniger als 5 Lebensbereichen Einschränkungen aufweisen, ausgeschlossen sind. Eine solche Hürde ist zu hoch!
  2. Menschen mit Behinderung und Pflegebedarf dürfen nicht von der Pflegeversicherung ausgeschlossen werden. Das ist Diskriminierung! Sie brauchen zur Teilhabe beides: Leistungen der Eingliederungshilfe und der Pflege.
  3. Die Kosten der Unterkunft in Wohnstätten dürfen nicht willkürlich begrenzt werden. Wenn das Wirklichkeit wird, droht vielen Wohnstätten für Menschen mit geistiger Behinderung das finanzielle Aus, und die Menschen verlieren ihr Zuhause.
  4. Kein Gemeinschaftszwang! Menschen mit Behinderung dürfen nicht gezwungen werden, ihre Unterstützung mit anderen zu teilen – vor allem nicht beim Wohnen und in der Freizeit.
  5. Auch Menschen mit einer geistigen Behinderung dürfen nicht von den verbesserten Regelungen zur Heranziehung ihres Vermögens ausgeschlossen werden. Auch sie haben ein Recht auf ein Sparbuch!

Weiterführende Informationen zur Kampagne gibt es unter www.teilhabestattausgrenzung.de

Hier können Sie die Online- Petition noch bis Ende September 2016 mit ihrer Unterschrift unterstützen.


Dies fordert die Lebenshilfe NRW vom neuen Bundesteilhabegesetz.

Noch in diesem Jahr soll das Bundesteilhabegesetz verabschiedet werden.

An sich sollte dieses Gesetz eine Verbesserung für Menschen mit Behinderung darstellen.

Nun wirkt es an manchen Stellen wie ein Spargesetz zu Lasten der Rechte und Leistungsansprüche von Menschen mit Behinderung. Um über die aktuellen Inhalte des Gesetzes und deren mögliche negative Folgen zu informieren, organisiert die Lebenshilfe Wohnen NRW gemeinn. GmbH derzeit verschiedene Aktionen wie Marktstände und Gespräche mit Interessenvertretern von Menschen mit Behinderung und Vertretern der Politik und.

Die stellvertretende Bürgermeisterin Rosemarie Goldner (CDU), Gerd Stüttgen (SPD) und die Behindertenbeauftragten der Stadt Arnsberg, Matthias Otto und des Hochsauerlandkreises, Heinz Arenhövel nahmen am vergangenen Freitag, dem 26.08. an einem Informationsgespräch im Lebenshilfe Center am Gutenberplatz teil.

Frau Goldner sagte der Lebenshilfe tatkräftige Unterstützung bei den weiteren Aktionen – wie zum Beispiel bei den Ständen auf dem Wochenmarkt – zu.

Menschen mit Behinderung sowie die Vertreter der Lebenshilfe erklärten, welche Änderungen auf die Menschen mit Behinderung zu kommen und was dies im Alltag für sie bedeuten würde, wenn die Gesetze so verabschiedet würden, wie der derzeitige Stand ist.

Im Anschluss an die Information entwickelte sich eine rege Diskussion über die Vor- und Nachteile des Bundesteilhabegesetzes.

Die Lebenshilfe wird zusätzlich am Samstag, 17.09.2016 in der Zeit von 8:00 – 14Uhr einen Info-Stand in der Neheimer Fußgängerzone anbieten. Dort bekommen Sie Informationsmaterial sowie die Möglichkeit die Petition durch eine Unterschriftenaktion zu unterstützen.

Ausführliche Informationen finden Sie unter www.teilhabestattausgrenzung.de


Inklusion im „Alten Ägypten“?

Dies ist kein Widerspruch!

Die Stadt Arnsberg ermöglichte uns, der Lebenshilfe NRW gGmbH, in diesem Jahr schon zum zweiten Mal, an dem Ferien-Projekt „Kinderstadt“ teilzunehmen.

In diesem Jahr trafen sich die Teilnehmer im Land der Pyramiden und Pharaonen.

Die Aufregung unserer Kunden am ersten Morgen war groß:
„Werde ich meine Freunde aus dem vergangenen Jahr wieder treffen?“
„Wie lebte es sich im alten Ägypten?“
„Können wir alles mitmachen, was die anderen Kinder auch machen?“.

Es gab ein großes „Hallo“ und eine riesige Wiedersehensfreude. Viele Teilnehmer trafen bereits bekannte Kinder und beliebte Mitarbeiter der Kinderstadt wieder.

Aber auch, wer zum ersten Mal dabei war, schloss schnell neue Bekanntschaften.

Die Herzlichkeit und Offenheit, mit der die Kinder mit Behinderung von den anderen Kindern, den Mitarbeitern der Stadt und den Künstlern aufgenommen wurden, ist beispielhaft und zeigt, wie Teilhabe und Inklusion wirklich und „einfach gelebt“ werden können.

Es gab keine Berührungsängste. Im Gegenteil: Wir wurden offen von den Kindern angesprochen, wenn etwas bei einem Kind mit Behinderung „anders“ war als bei anderen. So zum Beispiel fragten einige Kinder, warum ein Junge “so komische Laute” von sich geben würde. Als ihnen erklärt wurde, dass dies seine Art ist, Freude zu zeigen und zu kommunizieren, sagten sie “Ach so, das ist ja toll, dass er uns das so zeigen kann”.

Es war selbstverständlich, dass alle Kinder gemeinsam historische, ägyptische Spiele und bunte Kostüme erschufen, Tutanchamun-Masken aus Gips herstellten oder in Zusammenarbeit versuchten, in der dunklen Grabkammer des Pharaos durch Enträtseln von Aufgaben den bösen Fluch aufzuheben.

Jeder tat das, was er gut konnte, und so konnten gemeinsam alle Aufgaben gelöst werden.

Das Gelände und die Schule in Moosfelde boten sich ganz hervorragend für uns an:

Nahezu jeder Workshop war barrierefrei und gut zu erreichen. Das gesamte Gelände bot allen Kindern auch zwischen den Workshops endlos viele Möglichkeiten, sich auszutauschen und miteinander zu spielen und zu toben.

Im Tanzworkshop der ägyptischen Tänzerin wurden alle mit einbezogen und viele Kinder fanden es “cool” wie die Kids mit ihren Rollstühlen bei den Proben für die große Abschlussvorführung durch die Halle flitzten.

Das Team der Stadt Arnsberg hat sich gut auf die Teilnehmer der Lebenshilfe eingestellt und so ermöglicht, dass es allen gut ging.

Wir freuen uns über die Kooperation mit der Stadt Arnsberg und blicken gespannt auf das kommende Jahr.